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Buchbesprechung

Bücher zur Geschichte der Astronomie füllen mittlerweile ganze Regalwände. Wer wagt es dennoch, die bereits darüber vorhandene Literatur zu vermehren? Sollte man doch meinen, der Markt sei mit dieser Thematik „gesättigt“ und biete außer für abgelegene Spezialthemen zur Astronomiegeschichte keine „Lücke“ mehr.
Dem ist mitnichten so! Dem Rezensenten liegt ein Taschenbuch vor, das eben in diese Lücke stößt:

Thomas Bührke: Sternstunden der Astronomie. Von Kopernikus bis Oppenheimer. München: Beck. 2001. 218 S.

Bührke ist promovierter Astrophysiker und als Wissenschaftsjournalist in der Geschichte seines Faches kompetent und kundig. Seine Darstellung umfasst – wie wir dem Untertitel entnehmen – einen Zeitraum von ca. 600 Jahren Astronomiegeschichte der Neuzeit.

Anstelle eines kontinuierlichen und lückenlosen Ablaufes greift er herausragende Situationen astronomischer Entdeckungen auf, verknüpft sie mit der Lebenssituation ihrer Entdecker in all ihren Höhen und Tiefen und lässt den Leser teilhaben an der Genese und Vollendung großer astronomischer Ereignisse, wie etwa, um hier nur ein Beispiel zu nennen, der Entdeckung des Planeten Neptun – „mit der Spitze der Feder“ - im Jahre 1846 durch die beiden Astronomen Leverrier und Adams.

Fazit:
Geschichten aus der Geschichte können spannender und eindringlicher sein als eine langatmige Gesamtdarstellung.
Nicht nur der Hobby-Astronom findet in diesem Werk zu einem Lesevergnügen, das leider viel zu schnell vorübergeht.
Klaus Mensler