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Seth Shostak, Nachbarn im All
- Auf der Suche nach Leben im Kosmos


Herbig Verlag, 1999

Dieses wunderschöne Buch von Seth Shostak, Projektleiter von Phönix, dem größten Projekt des SETI-Institutes , gibt uns einen knappen, dennoch umfassenden Überblick zu allen Fragstellungen rund um das Thema außerirdischer Intelligenz und zukünftiger Entwicklung des Universums.
Und zeigt nebenbei einmal mehr, dass Sachbücher aus dem Amerikanischen ausgesprochen unterhaltsam sein können.
Shostak gelingt es, das aktuelle Thema der Erforschung des Alls nach Lebensformen und Lebensmöglichkeiten in seinen wesentlichen Dimensionen knapp und überschaubar zusammen zu fassen, nebenbei immer wieder amüsante Ausflüge in die Science-Fiction Welt zu unternehmen, um aufzuzeigen, wie der jeweils aktuelle Wissensstand in den uns allen bekannten Filmen (von Orson Welles über E.T. und Alien bis Independence Day werden hier fast alle Filme genannt, der Autor muß ein Filmfan sein ) verarbeitet worden ist, und vor allen Dingen uns Leser zum Nach- und Mitdenken herauszufordern, statt in Ehrfurcht vor der Wissenschaft zu erstarren – das liegt in erster Linie an seiner erfrischend ironischen Sprache, die bei aller Ernsthaftigkeit der Darstellung des Wissens- und Diskussionsstandes der Kosmologie sich selbst und seine Forschungsrichtung durchaus selbstkritisch in Frage stellt. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass Seth Shostak neben seiner Profession als Astronom auch ein Filmemacher, Fotograf und Gastgeber einer Talkshow ist.

Bewertung:
Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben und es gibt auch dem astronomischen Laien einen guten Überblick über die Ansätze, die bisherigen Erfolge und möglichen Aussichten bei der Suche nach kosmischen Zivilisationen.

von Christine Konniger (Kritik und Anregungen?)