Zurück zur Bibliothek

Piers Bizony: Die Erkundung des Mars
Auf der Suche nach leben im Kosmos

Mit 18 Fotos und 7 Zeichnungen
Deutsche Ausgabe. Bettendorf 1998. 285 S.
Aus dem Englischen übersetzt

Im Jahre 1976 begaben sich die USA mit ihrem Raumfahrtprojekt „Viking I“ auf die Suche nach Leben – zwar noch nicht in kosmischen Weiten – wohl aber auf unserem roten Nachbarplaneten, dem Mars. Die Geschichte dieser Unternehmung, die in den USA mit den Erkundungsflügen der Mariner-Sonden im Rahmen einer „ersten Kontaktaufnahme“ begonnen hatte, und das dahinter stehende Problem der Existenz von Lebensformen - welcher Art auch immer – außerhalb der Erde zeichnet das Buch von Bizony nach.
Das Werk bietet im Vorwort einen knappen, aber informativen Längsschnitt der Geschichte der Marsforschung von Schiaparellis Entdeckung der Marskanäle bis zum Jahre 1966, als Wissenschaftler in einem vom Mars stammenden Meteoriten Spuren von Mikroorganismen entdeckt haben wollten.
Der Autor zeichnet die historische Entwicklung der Marsforschung und die Suche nach Leben auf dem Planeten auf . Er diskutiert das Problem im Rahmen der Möglichkeit, dass und ob Lebensformen auch auf fernen Galaxien zu finden sein könnten. In diesem Zusammenhang ist der Name Fred Hoyle zu erwähnen, dessen gewagte Hypothesen zur Entstehung primitiver Lebensformen ( sog. Präformen) im Kosmos von Bizony mit den entsprechenden Gegenargumenten kritisch konfrontiert werden. Die Darstellung endet mit spekulativen Erörterungen, in denen das Problem "Leben in unserem Sonnensystem" zum prinzipiellen Aspekt der Entstehung von Leben im Universum überhaupt, und zwar nicht nur unter rein naturwissenschaftlicher Perspektive, erweitert wird. Der Autor bezieht dabei - was bei dieser Thematik auch unabdingbar ist - philosophische Überlegungen mit ein.
Das Thema "extraterrestrisches Leben" wäre unvollständig, wenn Bizony nicht noch zuletzt die Gedankenspiele namhafter Wissenschaftler über die Möglichkeit der Existenz intelligenter Zivilisationen im Universum (extra-terrestial intelligence) und deren Begegnung mit uns Irdischen erwähnt hätte Spekulationen, die auf dem Boden radioastronomischer Daten, und Beobachtungen erwachsen sind und die bis jetzt nur in Science-Fiction-Filmen ihren adäquaten Ausdruck gefunden haben.
Der Aufbau des Buches folgt der Chronologie der Ereignisse und ist klar und übersichtlich. Überzeugend ist die Sachkenntnis des Autors, die das Ergebnis einer sorgfältig durchgeführten Recherche ist.
Der Leser findet im angefügten Literaturverzeichnis, das auf wissenschaftliche, populäre, aber auch auf belletristische Literatur hinweist, Möglichkeiten, sich mit dem Gebiet vertiefend zu befassen.
Eine anschauliche und lebendige Sprache macht das Buch zum Lesevergnügen, ohne seinen Informationsgehalt zu mindern. Hier sei dem Übersetzer ein Lob gezollt, der den Text kongenial übertragen hat.

von Klaus Mensler (Kritik und Anregungen?)